Stefanos Papadimos, bekannt als Sdeviano, ist ein Künstler, der keine Wände sieht – er sieht Leinwände. Der in Athen lebende autodidaktische Maler begann im Alter von 15 Jahren zu malen und hat, wie er selbst sagt, nie damit aufgehört. Obwohl er Grafikdesign studierte und über ein Jahrzehnt lang in diesem Bereich tätig war, führte ihn sein inneres Bedürfnis nach Kreativität nach und nach ausschließlich zur Malerei, wobei sein Schwerpunkt auf Wandmalerei und Illustration liegt. Ein entscheidender Meilenstein auf seinem Weg war seine fünfjährige Zusammenarbeit mit Caparo DC, einer Kreativgruppe, durch die er bei zahlreichen Institutionen in Griechenland und im Ausland Anerkennung fand.

Kunst als „Methode der Wiederholung“
Auf die Frage, woher er seine Inspiration bezieht, fällt seine Antwort alles andere als typisch aus. Für Sdeviano gibt es keine Inspiration, die wie durch Zauberhand entsteht. Es gibt eine Methode – und diese Methode basiert auf Wiederholung. Er erklärt: „Ich fühle mich fast nie inspiriert. Ich warte darauf, dass Dinge geschehen, indem ich einfach immer wieder dieselben Motive male – kleine Giraffen, kleine Vögel … Alles entsteht aus Langeweile und Improvisation.“ Und während seine Welt aus der Routine des Schaffens entsteht, verleihen seine Kooperationen mit Marken ihr eine neue Bedeutung. Jedes Werk, jedes Wandbild trägt seine eigene visuelle Identität, die die Ästhetik, Kultur und den Ton jedes Kunden widerspiegelt. Von der Welt des Kaffees bis zur Welt der Bücher verbindet Sdeviano sein persönliches Vokabular mit dem Charakter jedes Raums, um etwas wahrhaft Authentisches zu schaffen.
Farbe: Der Zauber liegt in der Farbe daneben
Sdeviano hat keine „Lieblingsfarbe“. Stattdessen ist er der Ansicht, dass Farbe erst durch ihre Beziehung zu der Farbe neben ihr interessant wird. Terrakotta neben Blau; gedämpftes Grün neben Korallenrot – das sind die Kombinationen, die ihm ins Auge fallen. Er bevorzugt flache, zweidimensionale Kompositionen, was sich deutlich in der unverwechselbaren 2D-Ästhetik seiner Arbeiten widerspiegelt.


Die Musik hinter den Farben
Musik ist ein wesentlicher Bestandteil seines Schaffensprozesses. Jede Arbeitsphase wird von unterschiedlichen Klanglandschaften begleitet:
- Schwerpunkt: Classic Jazz, Fusion, Exotica
- Für einen Energieschub: Groovy oder Free Jazz
- Für nächtliche Sessions: von Bithikotsis bis Jenny Vanou
- Für die Ausführungsphase: Podcasts – ja, er kann gleichzeitig malen und Geschichten hören.
Lieblingsregisseur? Wahrscheinlich… alle
Fragt man ihn nach seinem Lieblingsregisseur oder -film, wird es kompliziert. Er nennt Wes Anderson, Tarantino, Alejandro Jodorowsky, Hayao Miyazaki, Christopher Nolan, Jim Jarmusch sowie die eher unkonventionellen Peter Greenaway und Leos Carax. Aus dem griechischen Kino hebt er Nikos Nikolaidis und Grammatikos hervor. Und Filme? Eine schwierige Wahl – aber zu seinen Favoriten gehören: Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber, Zeit der Zigeuner („mein absoluter Favorit“), City of God, Chihiros Reise ins Zauberland, Das Leben ist schön, Cinema Paradiso, Singapore Sling, Oi Aponteσ und der entzückende Tampopo.
Kunst als automatischer, sich wiederholender, persönlicher Akt
Für Sdeviano ist Kunst automatisch, repetitiv und persönlich. Er ist ein Künstler, der den Fluss des Unterbewusstseins in ein visuelles Konzept verwandelt hat und so eine verspielte und doch tiefgründige Welt an unsere Wände bringt. An seinen Wänden endet eine Zeichnung nie wirklich – denn sie beginnt nicht mit Inspiration. Sie beginnt mit dem Bedürfnis zu malen.

Du kannst ihm auf Instagram folgen, um mehr von seinen Arbeiten zu sehen.
